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TED - Tenders Electronic Daily (Publications Office of the EU) geprüft vor 1 Woche Auftragsbekanntmachung

Deutschland - Dienstleistungen für Unternehmen: Recht, Marketing, Consulting, Einstellungen, Druck und Sicherheit - Ehemaliges Marineuntersuchungsgefängnis Kiel - vom Gefängnis zum Ort für alle, gemeinwohlorientierte Projektentwicklung, historisches und denkmalpflegerische Gutachten & diskursive Geschichtsforschung

Geschlossen Deutschland Schleswig-Holstein Unternehmensdienstleistungen

Auftraggeber Landeshauptstadt Kiel

Eckdaten

Veröffentlicht
Verfahren
Verhandlungsverfahren
  1. Veröffentlicht
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Zusammenfassung

Maschinell erstellte Zusammenfassung

Gesucht werden Dienstleistungen für das ehemalige Marineuntersuchungsgefängnis (MUG) an der Rostocker Straße im Kieler Stadtteil Wik. Unter dem Motto 'Vom Gefängnis zum Ort für alle' soll für das derzeit leerstehende denkmalgeschützte Gebäude in den kommenden Jahren eine neue Nutzungsperspektive entwickelt werden, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft in einem offenen, diskursiven und experimentellen Prozess. Zu erbringen sind ein historisches und ein denkmalpflegerisches Gutachten sowie eine diskursive Geschichtsforschung zum Bauwerk, unter anderem zu dessen Rolle beim Matrosenaufstand 1918. Das 1904 als kaiserliche Arrestanstalt errichtete und 1937 von den Nationalsozialisten erweiterte Gebäude ist Teil des baukulturellen Erbes Kiels. Das Projekt wird mit 4 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm 'Nationale Projekte des Städtebaus' gefördert.

Beschreibung

Das ehemalige Marineuntersuchungsgefängnis (MUG) an der Rostocker Straße in der Wik ist ein bedeutendes baukulturelles Erbe Kiels. Unter dem Motto „Vom Gefängnis zum Ort für alle“ soll in den kommenden Jahren eine neue Nutzungsperspektive für das derzeit leerstehende Gebäude entwickelt werden. Dabei steht die Nutzungsfindung im Spannungsfeld der besonderen Vergangenheit des Gebäudes einerseits und einer potentiellen, zukunftsweisenden Nutzung andererseits. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft soll in einem offenen, diskursiven und experimentellen Prozess das MUG zu einem lebendigen Ort für alle werden. Das Projekt wird mit 4 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Das Marineuntersuchungsgefängnis ist als Teil des Marinequartiers Wik ein wichtiger Bestandteil des baukulturellen Erbes Kiels. Es wurde 1904 als kaiserliche Arrestanstalt errichtet und 1937 von den Nationalsozialisten umfassend erweitert. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft der historischen technischen Marineschule, die aktuell als zentrale Unterkunft für Geflüchtete genutzt wird, sowie des Anschar-Quartiers, welches zwischen 2006 und 2018 vom Marine-Garnisonslazarett zu einem gemischt genutzten Viertel (Wohnen und Arbeiten) konvertiert wurde. Östlich des Gebäudes befindet sich nach wie vor der Marinestützpunkt Wik. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Geschichtliche Relevanz kam dem Gebäude vermutlich erstmals während des „Matrosenaufstands“ 1918 zu, da hier wahrscheinlich die Deserteure inhaftiert wurden. Anlass für den Aufstand war der Befehl der Seekriegsleitung in den letzten Wochen des 1. Weltkrieges für einen Einsatz der Flotte gegen die überlegene britische Marine, der von vielen Matrosen als sinnlos angesehen wurde. In Kiel kam es am 3.11.1918 zum gewaltsamen Aufstand, der auf andere Städte übergriff. Dies führte am 9.11.1918 zur „Novemberrevolution“ und somit zum Ende des Kaiserreichs und zum Ausruf der Republik. Während des 2. Weltkrieges waren im Marineuntersuchungsgefängnis insbesondere regimekritische Matrosen und Offiziere inhaftiert, die teils auf die Vollstreckung eines Todesurteils warte-ten. Nach Aufgabe der Gefängnisnutzung Ende des 2. Weltkriegs wurde es vermutlich zunächst als Studentenwohnheim, dann als Männerledigenwohnheim und später als Kreiswehrersatzamt genutzt. Seit 2004 steht das Gebäude leer und befindet sich aufgrund des vorliegenden Sanierungsstaus und dem langen Leerstand in einem schlechten baulichen Gesamtzustand. Im Jahr 2016 wurde das Gebäude von der Landeshauptstadt Kiel (LHK) erworben. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Teile des Marinequartiers bilden einen räumlichen Handlungsschwerpunkt der 2023 im Rahmen der Städtebauförderung beschlossen Vorbereitenden Untersuchungen mit integriertem städtebaulichen Entwicklungskonzept „Grüne Wik“. Zentrale Ziele sind das baukulturelle Erbe zu aktivieren, neue Nutzungen in den historischen Gebäuden zu etablieren, die Geschichte sichtbar zu machen und das historisch isolierte Marinequartier besser mit dem Ortsteil Wik zu verbinden. Das MUG ist hierbei eine der Schlüsselmaßnahmen, auch in Hinblick auf die Verbindung des zukünftig zu realisierenden Schleusenpark nördlich des Gebäudes mit dem südlich angrenzenden Anscharpark. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bauliche Maßnahmen: Im Fokus der baulichen Maßnahmen bis Ende 2028 steht die Sanierung des eingeschossigen Südflügels (T1) als multifunktionaler Veranstaltungsort sowie die Sicherung der restlichen Gebäudeteile. Darüber hinaus soll der Innenhof und die angrenzenden Freiflächen umgestaltet werden. Die baulichen Maßnahmen werden größtenteils von der LHK geplant und umgesetzt und sind nicht Teil des Auftrags. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Konzeptionelle Maßnahmen: Bei den konzeptionellen Maßnahmen liegt der Fokus auf der partizipativen Entwicklung von zukünftigen Nutzungsperspektiven für das Gebäude sowie auf der Aufarbeitung der Geschichte und seiner Bedeutung. Hierbei soll die zukünftige Nutzung über ein von 2026-2028 fortwährend entwickeltes Betriebs- und Nutzungskonzept definiert werden. Das Betriebs- und Nutzungskonzept basiert einerseits auf den Erkenntnissen aus dem Entwicklungsprozess, in dem das Potenzial des Gebäudes durch die Erprobung von Pioniernutzungen, regelmäßige Formate zur Öffentlichkeitsbeteiligung, vielfältige Veranstaltungsformate und den Erkenntnissen aus der Geschichtsforschung (LB 2) systematisch herausgearbeitet werden soll. Andererseits steht dem die Anforderung gegenüber eine dauerhafte wirtschaftliche Tragfähigkeit zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf die begrenzten Fördermittel aus der Städtebauförderung für eine potentielle Anschlussfinanzierung. Die Umsetzung der konzeptionellen Maßnahmen erfolgt durch drei Beauftragungen: • Leistungsbaustein 1: Prozessentwicklung & -koordination (LB1, Los 1); • Leistungsbaustein 2: Gutachten zur Historie und denkmalpflegerische Zielplanung sowie Integration der Stadtgesellschaft in den Forschungsprozess (LB2, Los 2); • Leistungsbaustein 3: „Hausmeisterei & Impulse setzen“ (LB3, separate Vergabe). Der Leistungsbaustein 1 „Prozessentwicklung & -koordination“ (LB1) beinhaltet die Gestaltung und Steuerung des gesamthaften Entwicklungsprozesses vom Marineuntersuchungsgefängnis im Förderzeitraum bis Ende 2028. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Daraus ergeben sich folgende Teilleistungen, die unter dem Punkt 2.2 der Leistungsbeschreibung detailliert beschrieben werden: --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- A) Prozessgestaltung & -steuerung: Konzeption und Implementierung eines partizipativen und transparenten Prozesses zur nachhaltigen Entwicklung und Nutzungsfindung inkl. Prozessdokumentation. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- B) Öffentlichkeitsbeteiligung: Konzeption, Planung und Durchführung von Bürgerbeteiligungen inkl. Öffentlichkeitsarbeit. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- C) Ausschreibung- und Auswahlprozess Pioniernutzungen: Konzeption eines Ausschreibung- und Auswahlverfahrens für die Innutzungnahme durch Pioniernutzungen und Durchführung des Verfahrens. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- D) Betriebs- und Nutzungskonzepts: Prozessbegleitende Erarbeitung eines Betriebs- und Nutzungskonzepts für den Zeitraum nach Abschluss des Förderprojekts (nach 2028). --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Außerdem ist die Koordination der Auftragnehmer*in für den Leistungsbaustein „Hausmeisterei & Impulse setzen“ (LB3) und dem Leistungsbaustein „Gutachten zur Historie und denkmalpflegerische Zielplanung sowie Integration der Stadtgesellschaft in den Forschungsprozess“ (LB2) sowie die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit diesen Auftragnehmer*innen als Grundleistung unter 2.3 Bestandteil des Auftrags.; Teilleistung A: Gutachten zur Historie mit denkmalpflegerischer Zielplanung: Das zu vergebende Gutachten soll eine wissenschaftlich fundierte Bewertung der historischen Bedeutung vorhandener Spuren umfassen sowie eine Empfehlung, welche der Spuren und auch sonstige historische Substanz unter Einordnung insbesondere der Erinnerungskultur authentisch und zu erhalten sind oder ggf. überformt werden können. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Zudem ist über den üblichen Umfang der fachlichen Stellungnahme des Landesdenkmalamtes zum Denkmalwert hinaus eine einheitliche denkmalpflegerische Zielplanung für das gesamte Gebäude anzufertigen, die es den Beteiligten erlaubt, in den kommenden Jahren Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen für das Objekt auf einer einheitlich geordneten, präzisen und mit der Denkmalpflege vorgeklärten Grundlage zu erarbeiten. Ergänzt werden die wissenschaftlichen Ergebnisse durch systematische Recherche von Biografien und Befragung von Zeitzeugen bzw. deren Angehörigen aus den verschiedenen Nutzungsperioden, um authentische und persönliche Erfahrungsberichte zu erhalten, die das historische Verständnis vertiefen. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Erwartet wird ein Gesamtdokument, dass sich in verschiedene Kapitel gliedert. Sofern durch den Auftragnehmer eine Teilung des Gutachtens in einen historischen und denk-malpflegerischen Teil als sinnvoller erachtet wird, kann dies mit der LHK abgestimmt werden. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Insgesamt ergeben sich die im Folgenden beschriebenen konkreten Einzelzielstellungen, die sich auf eine Gebäudefläche von ca. 4.500 m² BGF und auf Freiflächen von ca. 3.200 m² erstrecken: Dabei ist zu beachten, dass das Gebäude aufgrund seiner früheren Funktionen einen sehr repetitiven Charakter hat. Hinweis: Für den Gebäudeteil T1 wird aufgrund von der geplanten Sanierung bereits ein denkmalpflegerisches Gutachten beauftragt. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sind in das Gutachten zum Gesamtgebäude zu integrieren. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Teilleistung B: Integration der Stadtgesellschaft in den Forschungsprozess: Prozessbegleitend sollen Beteiligungsformate einwickelt werden, die die Stadtgesellschaft in den Prozess der Erforschung der Historie (Teilleistung A) einbinden und so die Bürger*innen zu Mitforschenden macht. Dies dient einerseits der Transparenz des Prozesses und andererseits eröffnet es der Stadtgesellschaft die Möglichkeit sich über interaktive Formate einen Zugang zum Stand der Forschung und seiner Ergebnisse zu machen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der verständlichen und wirkungsvollen Aufbereitung der Forschungsergebnis-se, um die Auseinandersetzung von der Stadtgesellschaft mit der Geschichte und das Bewusstsein für die Geschichte und zu fördern. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Hinweis: Der separat vergebene Leistungsbaustein 1 „Prozessentwicklung & -koordination“ umfasst die Konzeption und Durchführung von Öffentlichkeitsbeteiligungen. Die Mitforschung der Stadtgesellschaft soll in den in dieser Leistung enthaltenen allgemeinen Beteiligungsprozess eingebunden werden. Synergien sind hier auszuschöpfen. Daher wird eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Auftragnehmer des Leistungsbaustein 1 gefordert.

Amtliche Quelle

Quelle: TED - Tenders Electronic Daily (Publications Office of the EU)

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Landeshauptstadt Kiel

Deutschland

Marktkontext

jetzt offen im Bereich Unternehmensdienstleistungen
4.281
Median der offenen Bekanntmachungen
216.000 €

Wer in diesem Markt gewinnt

Viele Anbieter

Deutschland · Unternehmensdienstleistungen

verschiedene Unternehmen erhielten hier Zuschläge
1.828
der Zuschläge gingen an die drei häufigsten Gewinner
3%
Auftraggeber vergaben hier Aufträge
1.115

Auf Grundlage von 2.704 Zuschlägen mit benanntem Gewinner aus den letzten 3 Jahren. Gezählt nach Zuschlägen, nicht nach Wert, weil Los- und Rahmenvertragsbeträge nicht vergleichbar sind. Konzentriert heißt: Die drei häufigsten Gewinner erhielten 65% der Zuschläge oder mehr; viele Anbieter: unter 35% bei mindestens zehn verschiedenen Gewinnern.

Wettbewerb

Angebote je Los im Durchschnitt (offene und nicht offene Verfahren)
8,6
dieser Lose erhielten ein einziges Angebot
8%
der Zuschläge gingen an Unternehmen mit Sitz in einem anderen Land
3%
der Angebote kamen aus einem anderen Land
5%

So, wie die amtlichen Bekanntmachungen sie angeben, über die letzten 3 Jahre. Angebote je Los zählen nur offene und nicht offene Verfahren: Im Verhandlungsverfahren oder bei einer Direktvergabe ist ein einziges Angebot das Verfahren selbst. Das Land ist das, das die Bekanntmachung für den Gewinner nennt.

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